Digitaler Nachlass

Passwort-Notfallplan für die Familie

Passwörter sollen geheim bleiben – und trotzdem im Ernstfall erreichbar sein. Ein Passwort-Notfallplan löst diesen Widerspruch mit klaren Regeln statt mit Zetteln in der Schublade.

Verschlossener Umschlag neben einem kleinen Tresor.
Zugangsinformationen gehören nicht in eine offene Liste. Symbolbild, KI-generiert

Die Grundsätze des BSI#

Empfehlung laut BSI Was das für den Plan bedeutet
Für jedes Konto ein eigenes Passwort Die Kontenliste zeigt, wie viele Zugänge es gibt
Passwörter nicht unverschlüsselt auf dem Computer oder auf Zetteln kein Zettel am Bildschirm, keine Textdatei
Aufgeschriebene Passwörter gut unter Verschluss Umschlag in einer abschließbaren Box oder einem Tresor
Passwortmanager mit starkem Masterpasswort nur ein Passwort muss im Notfall zugänglich sein
Zwei-Faktor-Authentisierung für wichtige Konten das Zweitgerät gehört in den Plan
Passwörter nicht per E-Mail versenden Übergabe nur persönlich
Laptop mit großem, abstraktem Schloss-Symbol.
Ein Passwortmanager kann Zugangsdaten schützen. Symbolbild, KI-generiert

Drei Modelle für den Ernstfall#

Modell So funktioniert es Zu beachten
Passwortmanager + hinterlegtes Masterpasswort Alle Zugänge liegen verschlüsselt im Manager; das Masterpasswort liegt verschlossen bei einer Vertrauensperson oder an einem sicheren Ort laut BSI schützt das Masterpasswort alle gespeicherten Zugangsdaten – es braucht deshalb eine besonders sichere Aufbewahrung
Verschlossener Umschlag Zugangsdaten der wichtigsten Konten auf Papier, versiegelt und verschlossen aufbewahrt muss nach jeder Änderung erneuert werden
Anbieter-Funktionen z. B. Nachlasskontakt oder Kontoinaktivität-Manager gilt nur für den jeweiligen Anbieter

Manche Passwortmanager bieten laut Herstellerangaben eine Notfallzugriffs-Funktion für Vertrauenspersonen. Ob und wie sie funktioniert, steht in der Dokumentation des Anbieters.

Den Plan aufschreiben#

  1. Kontenliste ohne Passwörter anlegen: Online-Konten-Übersicht.
  2. Modell wählen: Passwortmanager, Umschlag oder eine Kombination.
  3. Vertrauensperson bestimmen – und eine Ersatzperson.
  4. Aufbewahrungsort festlegen und im Notfallordner vermerken, wo der Zugang liegt – nicht den Zugang selbst.
  5. Zwei-Faktor-Geräte und Sperrcodes berücksichtigen.
  6. Regeln notieren: Wann darf die Vertrauensperson den Umschlag öffnen oder das Masterpasswort nutzen?
  7. Vollmacht prüfen: Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Vollmacht für digitale Angelegenheiten, die auch über den Tod hinaus gilt.
Geschlossenes Notizbuch mit Gummiband und Stift.
Hinweise statt Passwörter notieren. Symbolbild, KI-generiert

Vorlage: Passwort-Notfallplan (ohne Passwörter)#

Frage Antwort
Welches Modell nutzen wir?
Wo liegt der Zugang?
Wer darf ihn nutzen?
Wann darf er genutzt werden? z. B. bei längerem Klinikaufenthalt, nach dem Tod
Welche Geräte werden für die Zwei-Faktor-Bestätigung gebraucht?
Wo liegen Sperrcodes für Smartphone und Computer?
Gibt es eine Vollmacht für digitale Angelegenheiten?
Stand

Das Zweitgerät nicht vergessen#

Viele wichtige Konten verlangen neben dem Passwort eine Bestätigung per App oder SMS. Ohne das Smartphone und dessen Sperrcode hilft das Passwort allein oft nicht. Mehr: Smartphone, Computer und Cloud im Notfall.

Aktuell halten#

  • Nach jeder Passwortänderung wichtiger Konten den Umschlag erneuern.
  • Laut BSI Passwörter vor allem dann ändern, wenn es Hinweise auf einen Missbrauch gibt – etwa eine Meldung des Anbieters.
  • Einmal im Jahr prüfen: Stimmt der Plan noch?

Passwort-Notfallplan

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Häufige Fragen

Darf ich Passwörter aufschreiben?

Das BSI rät, Passwörter nicht unverschlüsselt auf dem Computer oder auf Zetteln abzulegen. Wer Passwörter aufschreibt, sollte sie gut unter Verschluss halten.

Ist ein Passwortmanager für ältere Menschen geeignet?

Das hängt von der Person ab. Laut BSI muss man sich beim Passwortmanager nur noch ein starkes Masterpasswort merken. Geht das Masterpasswort verloren, müssen die Zugänge laut BSI einzeln wiederhergestellt werden – deshalb braucht auch das Masterpasswort einen Notfallplan.

Sollten Passwörter bei einem Nachlassdienst hinterlegt werden?

Die Verbraucherzentrale rät, Passwörter keinesfalls einem Unternehmen anzuvertrauen.

Offizielle Quellen

  1. Umgang mit Passwörtern – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Stand 17. September 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
  2. Passwörter verwalten mit dem Passwort-Manager – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Stand 17. September 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
  3. Sichere Passwörter erstellen – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Stand 9. Dezember 2025. Abgerufen am 17. September 2026.
  4. Digitale Vorsorge, digitaler Nachlass: Was passiert mit meinen Daten? – Verbraucherzentrale, Stand 3. November 2025. Abgerufen am 16. September 2026.

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