Digitaler Nachlass

Smartphone, Computer und Cloud im Notfall: Was Angehörige vorbereiten sollten

Viele wichtige Konten hängen am Smartphone der Eltern: Bestätigungscodes, Banking-App, Fotos. Ohne Sperrcode kommen auch Angehörige oft nicht weiter. So bereitet ihr die Geräte vor.

Smartphone, Ladegerät, Tablet und Laptop mit leerem Klebezettel.
Geräte, Zugänge und Speicherorte dokumentieren. Symbolbild, KI-generiert

Vorlage: Geräteliste#

Gerät Wofür genutzt Sperrmethode Code liegt (nur Ort) Datensicherung Wunsch im Ernstfall
Smartphone Telefon, Banking-App, Fotos PIN Passwort-Notfallplan Cloud Fotos sichern
Tablet Zeitung, Videotelefonie Code zurücksetzen
Computer E-Mail, Dokumente Passwort externe Festplatte Dateien sichern
Router Internet Aufkleber am Gerät

Die Liste nennt nur den Ort der Codes, nicht die Codes selbst.

Frau um die siebzig nutzt selbstbewusst ihr Smartphone.
Viele Eltern nutzen digitale Geräte selbstverständlich. Symbolbild, KI-generiert

Sperrcodes sicher regeln#

  • Moderne Geräte sind häufig so geschützt, dass ohne Code oder Passwort auch Angehörige in der Regel nicht an die Daten kommen.
  • Wenn die Eltern das möchten, gehören Sperrcodes in den Passwort-Notfallplan.
  • Das BSI rät, aufgeschriebene Passwörter gut unter Verschluss zu halten – das gilt auch für Sperrcodes.

Das Smartphone als Schlüssel#

Viele Dienste senden Bestätigungscodes per SMS oder App an das Smartphone. Das BSI empfiehlt die Zwei-Faktor-Authentisierung für wichtige Konten. Für den Notfallplan heißt das:

  • Welche Konten nutzen das Smartphone zur Bestätigung?
  • Gibt es eine Ausweichmethode, etwa Wiederherstellungscodes, die verschlossen aufbewahrt werden?
  • Was passiert, wenn das Smartphone verloren geht oder defekt ist?
Externe Festplatte und Kabel in einer Box mit leerem Etikett.
Backups und Zubehör an einem Ort. Symbolbild, KI-generiert

Notfallinformationen im Smartphone#

Viele Smartphones bieten eine Funktion für Notfallkontakte und Notfallinformationen, die sich teils auch bei gesperrtem Bildschirm anzeigen lassen. Wie das eingerichtet wird, steht in der Anleitung des Herstellers. Welche Angaben dort stehen, entscheiden die Eltern.

Datensicherung#

  1. Wichtiges auswählen: Fotos, Videos, Dokumente, Kontakte.
  2. Zweiten Speicherort wählen: externe Festplatte oder zusätzlicher Speicher.
  3. Regelmäßig sichern – zum Beispiel monatlich oder bei jedem Besuch.
  4. Sicherung beschriften und an einem bekannten Ort aufbewahren.
  5. Prüfen, ob sich die Sicherung öffnen lässt.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, von wichtigen Dokumenten auch digitale Kopien anzulegen und sicher aufzubewahren.

Cloud-Speicher#

Frage Notiz
Welche Cloud-Dienste werden genutzt?
Was liegt dort? Fotos, Dokumente, Sicherungen
Ist der Dienst kostenpflichtig?
Wer soll im Ernstfall Zugriff erhalten?
Sind Anbieter-Funktionen eingerichtet?
Was soll mit den Daten geschehen? sichern, übergeben, löschen

Das BSI rät, vor der Nutzung eines Cloud-Dienstes Nutzungsbedingungen, Speicherort und Datenschutz zu prüfen. Laut Verbraucherzentrale bieten große Anbieter Vorsorge-Funktionen an – etwa den Kontoinaktivität-Manager bei Google oder einen Nachlasskontakt bei Apple. Welche Einstellungen aktuell möglich sind, steht im Hilfebereich der Anbieter.

Alte Geräte#

  • Nicht einfach entsorgen: Vorher prüfen, ob noch Fotos oder Dokumente darauf sind.
  • Daten sichern, dann das Gerät zurücksetzen.
  • In der Geräteliste vermerken, was mit dem Gerät geschehen ist.

Geräte und Cloud vorbereiten

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Häufige Fragen

Sollten Angehörige den Sperrcode des Smartphones kennen?

Das entscheiden die Eltern. Wenn Vertrauenspersonen im Ernstfall Zugriff haben sollen, gehört der Sperrcode in den Passwort-Notfallplan – verschlossen und getrennt von der Geräteliste.

Was passiert mit Daten in der Cloud?

Laut Verbraucherzentrale gehören Online-Dienste zum digitalen Nachlass, und Erben treten in die Verträge ein. Anbieter wie Google und Apple bieten Funktionen, mit denen Nutzer zu Lebzeiten festlegen können, wer Zugriff erhalten soll.

Wie sichere ich die Fotos meiner Eltern?

Wichtige Fotos und Dokumente an einem zweiten Ort speichern, zum Beispiel auf einer externen Festplatte oder in einem zweiten Speicher – mit Zustimmung der Eltern.

Offizielle Quellen

  1. Umgang mit Passwörtern – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Stand 17. September 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
  2. Passwörter verwalten mit dem Passwort-Manager – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Stand 17. September 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
  3. Digitale Vorsorge, digitaler Nachlass: Was passiert mit meinen Daten? – Verbraucherzentrale, Stand 3. November 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
  4. Immer griffbereit: Die Dokumentenmappe – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Abgerufen am 17. September 2026.

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