Erste Schritte

Eltern werden älter: Diese 25 Dinge solltest du jetzt klären

Eine ruhige Bestandsaufnahme ist der beste Start. Diese 25 Punkte zeigen, was Familien klären und wo sie die Antworten festhalten können – ohne alles auf einmal erledigen zu müssen.

Tochter und Vater sitzen mit Notizbuch und Kaffee am Küchentisch und sprechen in Ruhe miteinander.
Ein ruhiges Gespräch am Küchentisch ist oft der beste Einstieg. Symbolbild, KI-generiert

Ende 2023 waren in Deutschland laut Statistischem Bundesamt knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung. Rund 86 Prozent von ihnen wurden zu Hause versorgt, sehr häufig durch Angehörige. Viele Familien beginnen mit der Organisation erst, wenn etwas passiert. Wer früher anfängt, kann in Ruhe sprechen, die Wünsche der Eltern kennenlernen und Unterlagen ohne Zeitdruck ordnen.

Warum ein früher Überblick hilft#

Eine Übersicht über Ärzte, Dokumente und Ansprechpartner hilft Angehörigen, in einer akuten Situation schneller zu handeln. Sie verhindert Doppelarbeit unter Geschwistern und macht sichtbar, welche Entscheidungen die Eltern selbst treffen möchten, solange sie es können. Außerdem schützt sie vor einem typischen Problem: Informationen sind vorhanden, aber niemand weiß, wo sie liegen.

Aufgeklapptes Notizbuch mit leeren Checkboxen, Stift, Lesebrille und Kaffeetasse von oben.
Eine schriftliche Liste verhindert, dass wichtige Punkte verloren gehen. Symbolbild, KI-generiert

Die 25 Punkte im Überblick#

Bereich Was ihr klärt Wo ihr es festhaltet
Gesundheit und Ärzte Praxen, Medikationsplan, Krankenkasse, Hilfsmittel Notfallblatt, Kontaktliste
Vorsorgedokumente Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung Dokumentenübersicht (nur Ort, nicht Inhalt)
Dokumente und Verträge Urkunden, Versicherungen, Wohnen, Rente, Steuer Dokumentenordner
Finanzen Banken, laufende Zahlungen, Vollmachten Übersicht ohne PINs und Passwörter
Notfall Kontakte, Notfallblatt, Ersatzschlüssel Notfallordner
Wohnen und Alltag Sicherheit, bestehende Hilfe, Ansprechpartner Hausinformationen
Digitales Geräte, Konten, Passwort-Notfallplan Kontenübersicht, Passwortmanager
Familie und Wünsche Wünsche der Eltern, Rollen in der Familie Gesprächsnotizen

1. Gesundheit und Ärzte#

  1. Hausarztpraxis und weitere Praxen: Name, Adresse, Telefonnummer und Fachrichtung.
  2. Medikationsplan: Gesetzlich Versicherte, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig anwenden, haben laut Bundesministerium für Gesundheit Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan. Klärt, ob es einen gibt und wo er liegt.
  3. Wichtige gesundheitliche Hinweise: Allergien, Unverträglichkeiten und bekannte Erkrankungen – nur so weit, wie deine Eltern das teilen möchten.
  4. Krankenversicherung: Name der Kasse oder Versicherung und wo die Gesundheitskarte aufbewahrt wird.
  5. Apotheke und Hilfsmittel: Stammapotheke, Brille, Hörgerät, Gehhilfe und zuständiges Sanitätshaus.

2. Vorsorgedokumente#

  1. Vorsorgevollmacht: Gibt es eine? Wer ist bevollmächtigt? Wo liegt das Original? Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz beschreibt die Vorsorgevollmacht als Möglichkeit, eine Vertrauensperson zu bevollmächtigen, die im Bedarfsfall rechtliche Angelegenheiten im Umfang der Vollmacht wahrnimmt.
  2. Betreuungsverfügung: Darin können Wünsche zur Person einer rechtlichen Betreuerin oder eines Betreuers festgehalten werden, falls ein Betreuungsgericht eine Betreuung einrichtet.
  3. Patientenverfügung: Darin legt ein Mensch im Voraus fest, ob er in bestimmte medizinische Maßnahmen einwilligt oder sie ablehnt. Klärt, ob eine existiert und ob die Hausarztpraxis davon weiß.
  4. Registrierung und Organspende: Vorsorgevollmachten, Betreuungs- und Patientenverfügungen können im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden. Eine Erklärung zur Organspende kann auf einem Ausweis oder im Organspende-Register festgehalten werden.

3. Dokumente und Verträge#

  1. Persönliche Urkunden: Ausweis, Geburts- und Heiratsurkunde oder Familienstammbuch. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, wichtige Dokumente griffbereit an einem Ort zu sammeln.
  2. Versicherungen: zum Beispiel Haftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude-, Unfall- oder Pflegezusatzversicherung – mit Versicherer und Vertragsnummer.
  3. Wohnen: Mietvertrag oder Eigentumsunterlagen, Nebenkostenabrechnungen, Ansprechpartner der Hausverwaltung.
  4. Rente und Steuern: Rentenbescheide, Unterlagen zur Betriebsrente oder Pension, letzte Steuerbescheide.
Hände stellen einen Ordner mit leerem Etikett in ein ordentliches Regal.
Ein fester Ablageort macht Informationen für alle auffindbar. Symbolbild, KI-generiert

4. Finanzen und laufende Zahlungen#

  1. Banken: Bei welchen Banken bestehen Konten? Notiert Bank und Kontoart – aber keine PINs, TANs oder Passwörter.
  2. Laufende Zahlungen: Daueraufträge, Lastschriften und Abonnements, die monatlich oder jährlich abgebucht werden.
  3. Bankvollmachten: Gibt es bereits Vollmachten für Konten? Fragt bei der Bank nach, welche Vollmachten sie für ihre Kundinnen und Kunden vorsieht.

5. Notfall#

  1. Notfallkontakte: Wer wird zuerst informiert, wer danach? Mit Telefonnummern und Erreichbarkeit.
  2. Notfallblatt und Notfallordner: Ist ein aktuelles Blatt mit den wichtigsten Angaben vorhanden – und wissen alle, wo es hängt?
  3. Ersatzschlüssel: Wer hat einen Schlüssel zur Wohnung? Nachbarn, Kinder, ein Pflegedienst?

6. Wohnen und Alltag#

  1. Sicherheit zuhause: Sind Wege frei, ist die Beleuchtung ausreichend, gibt es Haltemöglichkeiten im Bad?
  2. Bestehende Unterstützung: Wer hilft bereits – Nachbarschaft, Haushaltshilfe, ambulanter Pflegedienst?
  3. Ansprechpartner rund ums Haus: Hausverwaltung, Handwerksbetriebe, Schornsteinfeger, Gartenhilfe.

7. Digitales#

  1. Geräte und Konten: Smartphone, Tablet, Computer, E-Mail-Adressen und wichtige Online-Konten.
  2. Passwort-Notfallplan: Wie kommt eine Vertrauensperson im Ernstfall an die Zugänge? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt Passwortmanager als Programme, die Zugangsdaten verschlüsselt hinter einem Masterpasswort verwalten.

8. Familie und Wünsche#

  1. Wünsche und Rollen: Wie möchten deine Eltern wohnen und unterstützt werden? Was ist ihnen wichtig? Und wer in der Familie übernimmt welche Aufgabe?
Sohn und Mutter schauen gemeinsam auf ein Tablet und sitzen entspannt auf dem Sofa.
Digitale und analoge Informationen gehören gemeinsam auf die Liste. Symbolbild, KI-generiert

Die 25 Punkte zum Abhaken

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So gehst du vor#

  1. Zuerst den Notfall absichern: Notfallkontakte und Notfallblatt kosten wenig Zeit und helfen sofort.
  2. Ein Gespräch vorbereiten: Wähle zwei, drei Themen aus und sprich sie in ruhiger Atmosphäre an.
  3. Einen Ort festlegen: Ordner, Box oder Schublade – Hauptsache, alle Beteiligten kennen ihn.
  4. Schrittweise ergänzen: Pro Woche einen Bereich. Der Eltern-Check erstellt dir dafür einen 4-Wochen-Plan.
  5. Regelmäßig aktualisieren: Ein fester Termin, etwa einmal im Quartal, hält die Angaben aktuell.

Wenn bereits mehr Unterstützung nötig ist: Die Pflegekasse bietet eine kostenlose Pflegeberatung an. Wie du in dieser Lage vorgehst, beschreibt der Artikel Wenn Eltern plötzlich mehr Hilfe brauchen.

Wo du offizielle Informationen findest#

  • Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung: Themenseiten und Formulare des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.
  • Medikationsplan und Pflegeberatung: Bundesministerium für Gesundheit.
  • Dokumente sichern: Ratgeber des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
  • Registrierung von Vorsorgedokumenten: Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.

Alle Links findest du unten in den Quellen.

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Häufige Fragen

Ab wann sollte man diese Punkte mit den Eltern klären?

Am besten, solange alles stabil ist. Dann können Eltern selbst entscheiden, in Ruhe nachdenken und Dokumente ohne Zeitdruck ordnen. Viele Familien nutzen einen runden Geburtstag, den Ruhestand oder einen Umzug als Anlass.

Muss ich alle 25 Punkte auf einmal erledigen?

Nein. Beginne mit dem Notfallblatt, den Kontakten und der Frage nach Vorsorgedokumenten. Die übrigen Punkte lassen sich über einige Wochen verteilen. Der kostenlose Eltern-Check schlägt dir eine Reihenfolge vor.

Wo sollten die Informationen aufbewahrt werden?

An einem Ort, den die Eltern und die wichtigsten Vertrauenspersonen kennen – zum Beispiel in einem Dokumenten- oder Notfallordner. Passwörter, PINs und vollständige Kontonummern gehören nicht in eine offene Liste.

Was tun, wenn die Eltern nicht darüber sprechen möchten?

Beginne mit einem kleinen, praktischen Thema wie der Kontaktliste für Notfälle. Erkläre, dass es um ihre Wünsche geht und nicht um Kontrolle. Hilfreiche Formulierungen findest du im Artikel zum ersten Familiengespräch.

Offizielle Quellen

  1. 5,7 Millionen Pflegebedürftige zum Jahresende 2023 – Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand 18. Dezember 2024. Abgerufen am 17. September 2026.
  2. Medikationsplan – Bundesministerium für Gesundheit, Stand 12. Juni 2025. Abgerufen am 17. September 2026.
  3. Vorsorgevollmacht – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Abgerufen am 16. September 2026.
  4. Patientenverfügung – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Abgerufen am 16. September 2026.
  5. Rechtliche Betreuung – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Abgerufen am 16. September 2026.
  6. Zentrales Vorsorgeregister – Bundesnotarkammer. Abgerufen am 16. September 2026.
  7. Organspende-Register: So funktioniert's – Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – organspende-info.de. Abgerufen am 17. September 2026.
  8. Immer griffbereit: Die Dokumentenmappe – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Abgerufen am 17. September 2026.
  9. Passwörter verwalten mit dem Passwort-Manager – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Stand 17. September 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
  10. Pflegeberatung (Online-Ratgeber Pflege) – Bundesministerium für Gesundheit, Stand 14. September 2026. Abgerufen am 17. September 2026.

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