Notfall

Familien-Notfallplan: Wer macht was, wenn etwas passiert?

Ein Notfallplan beantwortet vorab, wer wen informiert, wer vor Ort ist, wer Unterlagen bringt und wer Wohnung und Haustiere versorgt. So muss im Ernstfall niemand improvisieren.

Familie plant gemeinsam mit einem großen Blatt voller Kreise und Pfeile.
Ein Notfallplan klärt Rollen, bevor es eilt. Symbolbild, KI-generiert

Für welche Situationen der Plan gilt#

Szenario Kernfrage
Sturz zu Hause Wer ist schnell vor Ort, wer hat einen Schlüssel?
Einweisung ins Krankenhaus Wer bringt Unterlagen und Tasche, wer spricht mit der Klinik?
Die pflegende Person fällt aus Wer übernimmt welche Aufgaben?
Längerer Stromausfall oder Unwetter Wer schaut nach den Eltern, gibt es Vorräte?
Plötzlicher Pflegebedarf Wer kümmert sich um Beratung und Anträge?

Die fünf Rollen#

Rolle Aufgaben Person Vertretung
Vor Ort in die Wohnung, Rettungsdienst empfangen, bei den Eltern bleiben
Koordination Familie informieren, Klinik und Praxis anrufen, Aufgaben verteilen
Unterlagen Notfallordner, Medikationsplan, Vorsorgedokumente bringen
Versorgung Wohnung, Post, Haustiere, Kühlschrank
Kommunikation Arbeitgeber, Vereine, Termine absagen

Mehrere Rollen können bei einer Person liegen. Wichtig ist, dass jede Rolle eine Vertretung hat. Beim Verteilen hilft der Aufgabenplaner.

Smartphone mit abstraktem Gruppenchat.
Eine Familiengruppe für schnelle Informationen. Symbolbild, KI-generiert

Die Informationskette#

  1. Notruf zuerst: Bei Lebensgefahr 112 wählen.
  2. Kontakt 1 informiert Kontakt 2 (Koordination).
  3. Koordination informiert alle anderen – am besten über eine Familiengruppe im Messenger oder eine Telefonkette.
  4. Eine Person spricht mit der Klinik, damit Informationen nicht fünfmal erfragt werden.
  5. Updates bündeln: eine Nachricht am Abend statt vieler einzelner.

Die ersten 24 Stunden#

Zeitpunkt Aufgabe Rolle
sofort Notruf, bei den Eltern bleiben oder hinfahren Vor Ort
erste Stunde Familie informieren, Klinik erfragen Koordination
erste Stunden Medikationsplan, Notfallordner, Tasche in die Klinik Unterlagen
am selben Tag Wohnung sichern, Haustiere versorgen, Herd und Fenster prüfen Versorgung
am selben Tag Arbeitgeber informieren, Termine absagen Kommunikation
am nächsten Tag Gespräch mit Station und Sozialdienst vorbereiten Koordination

Checkliste für die Klinikphase: Krankenhaus-Checkliste für Angehörige.

Ausgedruckter Plan mit Diagramm an einer Pinnwand.
Der Plan hängt sichtbar für alle. Symbolbild, KI-generiert

Wenn die Hauptperson ausfällt#

Oft trägt eine Person den größten Teil der Organisation. Fällt sie aus, fehlt das Wissen. Deshalb gehören in den Plan:

Beruf und Notfall#

Laut dem Portal Wege zur Pflege des Bundesfamilienministeriums können Beschäftigte in einer akut aufgetretenen Pflegesituation bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernbleiben, um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder sicherzustellen (kurzzeitige Arbeitsverhinderung). Voraussetzungen und das mögliche Pflegeunterstützungsgeld beschreibt das Portal. Mehr: Pflege und Beruf vereinbaren.

Vorsorge für Krisen mitdenken#

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich bis zu zehn Tage selbst versorgen zu können; schon ein Vorrat für mindestens drei Tage hilft. Für ältere Eltern gehört dazu auch: Wer schaut bei Stromausfall nach ihnen? Reichen die Medikamente?

Den Plan aufbewahren und üben#

  • Eine Seite für den Plan, Kopien für alle Beteiligten.
  • Im Notfallordner und digital in der Familiengruppe.
  • Einmal im Jahr gemeinsam durchgehen – etwa beim Familientreffen.
  • Vor Urlaubszeiten prüfen: Wer ist erreichbar, wer vertritt?

Familien-Notfallplan

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Notfallplan und Notfallblatt?

Das Notfallblatt richtet sich an Helfende in der Wohnung und enthält die wichtigsten Angaben. Der Familien-Notfallplan richtet sich an die Angehörigen und legt fest, wer was übernimmt.

Was passiert, wenn die pflegende Person selbst ausfällt?

Genau dafür braucht es im Plan eine Vertretung: Wer übernimmt welche Aufgaben, wer ist im Pflegedienst Ansprechperson, wo stehen die Abläufe? Eine Übergabe-Vorlage hilft dabei.

Können Angehörige kurzfristig von der Arbeit freigestellt werden?

Laut Wege zur Pflege können Beschäftigte in einer akut aufgetretenen Pflegesituation bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernbleiben (kurzzeitige Arbeitsverhinderung). Details und Voraussetzungen beschreibt das Portal des Bundesfamilienministeriums.

Offizielle Quellen

  1. Notruf 112 richtig absetzen: Die fünf W-Fragen – Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (polizei-beratung.de), Stand 11. Februar 2026. Abgerufen am 16. September 2026.
  2. Patientenservice 116117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de). Abgerufen am 17. September 2026.
  3. Hilfe in akuten Pflegesituationen (kurzzeitige Arbeitsverhinderung, Pflegeunterstützungsgeld) – Wege zur Pflege – Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Stand 2026. Abgerufen am 17. September 2026.
  4. Ratgeber: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Abgerufen am 16. September 2026.
  5. Immer griffbereit: Die Dokumentenmappe – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Abgerufen am 17. September 2026.
  6. Pflegeberatung (Online-Ratgeber Pflege) – Bundesministerium für Gesundheit, Stand 14. September 2026. Abgerufen am 17. September 2026.

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