Notfall

Notfallkontakte für ältere Eltern organisieren

Im Ernstfall ist nicht die Frage, ob es Kontakte gibt – sondern wer zuerst angerufen wird, wer wirklich erreichbar ist und wer was übernimmt.

Smartphone mit abstrakter Kontaktliste neben einer gedruckten Kontaktkarte.
Kontakte digital und auf Papier bereithalten. Symbolbild, KI-generiert

Die wichtigsten Nummern#

Nummer Wofür laut
112 Rettungsdienst und Feuerwehr Polizei
110 Polizei Polizei
116117 ärztlicher Bereitschaftsdienst bei Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind Polizei, Kassenärztliche Bundesvereinigung

Reihenfolge und Rollen festlegen#

Rolle Aufgabe Wer passt?
Kontakt 1 – vor Ort schnell in der Wohnung sein, Rettungsdienst empfangen Person in der Nähe
Kontakt 2 – Koordination Familie informieren, Klinik anrufen, Aufgaben verteilen gut erreichbare Person
Kontakt 3 – Reserve übernimmt, wenn 1 oder 2 nicht erreichbar sind Nachbarin, Freund, weitere Angehörige

Die Reihenfolge richtet sich nach Erreichbarkeit und Nähe, nicht nach der Familienhierarchie.

Telefontisch im Flur mit gerahmter Kontaktliste.
Die Liste liegt dort, wo telefoniert wird. Symbolbild, KI-generiert

Vorlage: Kontaktliste#

Reihenfolge Name Beziehung Telefon Erreichbar Entfernung Schlüssel?
1 Nachbarin tagsüber 2 Minuten ja
2 Tochter abends und am Wochenende 150 km nein
3 Sohn jederzeit per Handy 40 km ja

Ergänzend gehören auf eine zweite Liste: Hausarztpraxis, Apotheke, Pflegedienst, Hausnotruf-Anbieter und Hausverwaltung. Vorlage: Wichtige Kontakte rund um die Pflege.

Schritt für Schritt#

  1. Kandidaten sammeln: Familie, Nachbarn, Freunde.
  2. Erreichbarkeit prüfen: Wer ist tagsüber, abends und am Wochenende erreichbar?
  3. Einverständnis einholen: Jede Person weiß, dass sie auf der Liste steht – und was dann von ihr erwartet wird.
  4. Reihenfolge festlegen und in allen Listen gleich halten.
  5. Hinterlegen: Notfallblatt, Notfallordner, Telefon der Eltern, Adressbuch neben dem Festnetztelefon.
  6. Weitergeben: Pflegedienst und – falls vorhanden – Hausnotruf-Anbieter bekommen die aktuelle Liste.
  7. Probe: Einmal alle Nummern anrufen, um Tippfehler auszuschließen.
Hand hält eine leere Karte im Scheckkartenformat neben einem Portemonnaie.
Eine Kontaktkarte fürs Portemonnaie. Symbolbild, KI-generiert

Kontakte im Telefon der Eltern#

  • Kurz und eindeutig benennen: zum Beispiel „Notfall 1 – Anna (Tochter)“.
  • Kurzwahl oder Favoriten für die wichtigsten Nummern einrichten.
  • Notfallinformationen im Smartphone: Viele Smartphones bieten eine Funktion für Notfallkontakte und Notfallinformationen, die sich teils auch bei gesperrtem Bildschirm anzeigen lassen. Wie das geht, steht in der Anleitung des Herstellers.
  • Festnetz nicht vergessen: Eine gut lesbare Liste neben dem Telefon hilft, wenn das Handy nicht griffbereit ist.

Hausnotruf und Pflegedienst#

Die Verbraucherzentrale erklärt, dass die Notrufzentrale beim Hausnotruf nach einem Alarm Angehörige, Pflegedienst oder Rettungsdienst organisiert. Dafür braucht der Anbieter eine aktuelle Kontaktliste. Mehr: Hausnotrufsysteme vergleichen.

Aktuell halten#

  • Nach Umzug, neuer Telefonnummer oder neuem Job eines Kontakts sofort anpassen.
  • Einmal im Quartal alle Listen vergleichen: Notfallblatt, Ordner, Telefon, Pflegedienst, Hausnotruf.
  • Das Stand-Datum auf jeder Liste aktualisieren.

Notfallkontakte organisieren

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Häufige Fragen

Wie viele Notfallkontakte sind sinnvoll?

Meist zwei bis drei Personen in fester Reihenfolge. Mindestens eine davon sollte in der Nähe wohnen und kurzfristig vor Ort sein können.

Wer sollte Notfallkontakt Nummer 1 sein?

Die Person, die am zuverlässigsten erreichbar ist und schnell handeln kann – nicht zwingend das älteste Kind. Wichtig ist, dass sie einverstanden ist.

Welche Notrufnummern gehören auf die Liste?

Laut Polizei: 112 für Rettungsdienst und Feuerwehr, 110 für die Polizei und 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst bei Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind.

Offizielle Quellen

  1. Notruf 112 richtig absetzen: Die fünf W-Fragen – Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (polizei-beratung.de), Stand 11. Februar 2026. Abgerufen am 16. September 2026.
  2. Patientenservice 116117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de). Abgerufen am 17. September 2026.
  3. Hausnotrufsysteme erklärt: Funktionen, Vorteile, Kosten – Verbraucherzentrale, Stand 29. Juli 2026. Abgerufen am 16. September 2026.
  4. Immer griffbereit: Die Dokumentenmappe – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Abgerufen am 17. September 2026.

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